Lichtmasterplan für Wien

 

Lichtmasterplan für Wien

 

Schönbrunn Palace is illuminated by Terra and Noctis Maxi floodlights

EINIGE ZAHLEN UND FAKTEN:

  • 150.000 Leuchten
  • 51.000 MWh pro Jahr (2006)
  • 5 % geringerer Stromverbrauch bis 20155
  • 1.710 Tonnen Rückgang der CO2-Emissionen bis 2016

 

 


Beleuchtung zum Wohle aller

Wien hat der Stadtbeleuchtung schon immer besonderes Interesse geschenkt. Sie soll die ganze Stadt verschönern, nicht nur das historische Zentrum, sondern auch Viertel, die weiter außerhalb liegen. Das Ziel „Komfort und Sicherheit in der Nacht für jedermann“ ist nicht neu. Und dabei müssen auch Kriterien und Standards für eine Beleuchtung gehobener Qualität eingehalten werden. Hat Wien aus diesem Grund eine im europäischen Vergleich relativ niedrige Kriminalitätsrate?

Ein Masterplan „Licht“ für Wien

2006 ergriff die Stadt die Initiative und beauftragte die Aufstellung eines Masterplans „Licht“. Dieses Projekt wurde dem Büro PodPod Design übertragen, das auf der Zusammenarbeit von Iris und Michael Podgorschek beruht, einem Geschwisterpaar, das auf Stadtbeleuchtung spezialisiert ist.

Iris and Michael Podgorschek  - podpod design

Büro PodPod Design, das Geschwisterpaar Iris und Michael Podgorschek

Wie kam es zu diesem Lichtkonzept?
Iris Podgorschek: 2006 wandte sich die Magistratsabteilung 33 der Stadt Wien oder kurz MA 33 an unser Büro. Das MA 33 war der Meinung, dass es nötig sei, Leitlinien für die Beleuchtung der Straßen und Gebäude für die nächsten 10 oder 15 Jahre zu entwerfen.

Michael Podgorschek: Aber dieses Lichtkonzept ist kein starres Dokument. Es wird und muss sich entwickeln. Es wird in Abhängigkeit von neuen Produkten auf dem Markt, von neuen Technologien und natürlich auch in Abhängigkeit von der urbanen Entwicklung der Stadt angepasst werden.

Welche Ziele verfolgten Sie mit dem Masterplan?
M.P.: Wir haben intensiv mit der Topografie der Stadt gearbeitet: den Vierteln, den Straßen, den Gebäuden, den Parkanlagen; all diese Strukturen haben ihre eigene Hierarchie während des Tages, die ebenfalls auf die Nacht übertragen werden musste. Wir mussten eine klare Struktur der nächtlichen Stadtlandschaft definieren, indem wir für jeden Bereich die am besten geeignete Art der Beleuchtung festlegten.
I.P.: In den Bereichen, die den Fußgängern vorbehalten sind, ist warmes weißes Licht erforderlich, denn dort ist das Erkennen von Gesichtern entscheidend. Dagegen können die Fahrbahnen sehr gut mit dem gelben Licht von Natriumdampf-Hochdrucklampen beleuchtet werden. Für Denkmäler und Gebäude ist weißes Licht die logische Wahl, aber die Intensität muss für Prestigebauten oder einfachere Gebäude nicht dieselbe sein.

Wie haben Sie die Kriterien herausgefiltert und in eine hierarchische Ordnung gebracht, die zu einer hochwertigen Beleuchtung beitragen?
M.P.: Die Beleuchtung hat mehrere Aufgaben. Und bestimmte Kriterien sind unerlässlich. Die Sicherheit ist beispielsweise ein wesentlicher Faktor. Wien hat eine Tradition der hochwertigen Beleuchtung, die gehobenen Standards entspricht, und zwar in der gesamten Stadt, im Zentrum ebenso wie in weiter außerhalb liegenden Vierteln. Ich glaube, dass die Beleuchtung ein wesentlicher Faktor dafür ist, dass Wien eine der sichersten westlichen Metropolen ist und eine deutlich geringere Kriminalitätsrate als vergleichbare europäische Städte aufweist. Beleuchtung in der Nacht ist kein Luxus. Sie muss allen Benutzern der Stadt ein sicheres Gefühl geben, darunter auch Senioren, Kinder oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

The Neos 1 floodlights are installed directly on the walls of the banks, or on 4m high lighting columns The U2 luminaires exist in 2 sizes, one for main roads, the other for pavements and pedestrian spaces In the centre of Vienna, the Hestia luminaires are installed in Mini and Midi versions depending on the height

Die Leuchte Neos 1 beleuchtet die Promenade am Donaukanal.

Die Leuchte U2 passt sich perfekt in das moderne Umfeld ein.

Mit photometrischer Beleuchtungsqualität überzeugt die Leuchte Hestia.

 

Susanne Lettner is the Director of the City of Vienna's Department of Public Lighting (MA33

Susanne Lettner Susanne Lettner ist die Leiterin der Magistratsabteilung für öffentliche Beleuchtung der Stadt Wien (MA 33).

Welches Ziel verfolgten Sie mit dem Projekt des Lichtkonzepts?
Ich wurde 2004 zur Leiterin dieser Abteilung ernannt und hatte danach Gelegenheit, Kontakte zu anderen Städten wie Lyon, Zürich oder Hamburg zu knüpfen. Ihre Lichtkonzepte überzeugten mich, sodass auch für Wien strategische Leitlinien für die Stadtbeleuchtung wichtig wurden. Umfassende strategische Kriterien stellen eine effektive Arbeitsgrundlage für Entscheidungen der gewählten politischen Vertreter Wiens dar. Ziel des Masterplans „Licht“ war, sie von den Vorteilen einer hochwertigen Beleuchtung für die Stadt und ihre Bürger zu überzeugen. Ich hoffe, die Entscheidungsträger werden weiterhin Vertrauen haben und Interesse an der Entwicklung der öffentlichen Beleuchtung in Wien zeigen, sodass in Zukunft noch mehr auf diesem Gebiet investiert wird.

 

Neos lights Donau Kanal in Vienna
The Neos 1 floodlights are installed directly on the walls of the river banks, or on four-metre high lighting columns.


Mehr Informationen erhalten Sie in der PDF Broschüre.